Vertreterversammlung

Raiffeisenbank Volkach - Wiesentheid eG im Jubiläumsjahr

Anläßlich der Vertreterversammlung für das Geschäftsjahr 2015 in der Steigerwaldhalle Wiesentheid konnte der Aufsichtsratsvorsitzende Ernst Hey zahlreiche Mitgliedervertreter der Bank, Ehrengäste aus Verbund und Politik, viele zu ehrenden Mitglieder sowie Mitarbeiter des Kreditinstituts begrüßen. Vorstandstandsvorsitzender Roland Rößert präsentierte in seinem Geschäftsbericht die wirtschaftlichen Rahmendaten und die Entwicklung der Bank. Für 2015 stellte er fest, dass es trotz aller Widrigkeiten für die Bank wiederum ein erfolgreiches Jahr war.

In seinen einleitenden Worten ging Dir. Rößert auf die gesamtwirtschaftliche Lage im Berichtsjahr 2015 ein und bot einen kleinen Ausblick auf die Perspektiven für 2016, insbesondere auch bezüglich des gerade beschlossenen "Brexit" der Briten. In der Folge kritisierte er die von der EZB getroffenen geldpolitischen Maßnahmen, die es den Banken nicht mehr ermöglichen, ihren Kunden ordentliche Zinsen zu zahlen und auf der anderen Seite natürlich auch die Erträge stark beeinflussen, da Kredite historisch günstig herausgegeben werden können. Neben drastisch sinkenden Erträgen führen auf der anderen Seite die regulatorischen Exzesse zu erheblichen Kostensteigerungen, die die Banken zu vielfältigen Sparmaßnahmen zwingen, was gerade für den ländlichen Raum in der Zukunft die Aufrechterhaltung von Bankstellen erschweren wird.
Eine Kernaussage seines Vortrages war es, dass am Ende auf der einen Seite die Sparer und auf der anderen Seite der Mittelstand die Verlierer in der Zukunft sein werden.
Die Regulatorik führt immer mehr zu einem Zentralismus durch das Überstülpen von neuen europäischen Institutionen (europäische Bankenaufsicht, europäischer Bankenabwicklungsfond sowie die Pläne zur Zentralisierung der Einlagensicherung in Europa). Zusätzlich ist ein weiterer Trend, der zunehmend den Regionalbanken zu schaffen macht, festzustellen: Der Dirigismus. In die Geschäftspolitik der Banken wird aufsichtsrechtlich immer tiefer eingegriffen. Beispiele sind die Pläne zur europäischen Kapitalmarktunion sowie das Meldewesen wie AnaCredit. Ein Register, in dem alle Firmen-Kredite über 25.000 Euro zwischen Lissabon und Helsinki mit über 100 Informationen pro Kredit gespeichert werden sollen. Alleine in Deutschland sind dies zwischen 60 bis 80 Millionen Kredite.  Dieser Datenhunger der Behörden und der bürokratische Aufwand wird auch die Firmen stark belasten und macht sie noch zusätzlich zu gläsernen Kreditnehmern. Diese Hemmnisse führen zu einem Ausbremsen des Mittelstandes und erschweren Investitionen, Wachstum und Beschäftigung in Deutschland und Europa. In seinen weiteren Ausführungen kritisierte Dir. Rößert auch die sog. Wohnimmobilienkreditrichtlinie, die zum Schutze der Verbraucher gedacht sei, aber die durch schwere handwerkliche Fehler am Ende ganze Bevölkerungsgruppen von Krediten ausschließt.

Die Bilanzsumme konnte auf nunmehr 344,3 Millionen Euro gesteigert werden. Das bilanzwirksame Kundenkreditvolumen stieg auf 191,7  Millionen Euro an. Firmen und Bevölkerung schenkten der Raiffeisenbank 2015 erneut ihr Vertrauen.

Aufgrund des zufriedenstellendes Betriebsergebnisses kann an die Mitglieder wieder eine Dividende von 3,5 % ausgezahlt werden. Aktuell beschäftigt die Bank 99 Mitarbeiter. Sie gehört 7.755 Mitgliedern. Ein Betrag von rund 41.000 EUR wurde im Geschäftsjahr 2015 an Vereine und soziale Einrichtungen gespendet.

Das langjährige Vorstandsmitglied Gerhard Berthel aus Stadelschwarzach schied mit Ablauf der Versammlung nach 28 jähriger ehrenamtlicher Tätigkeit im Vorstand der Bank aus, da die satzungsgemäße Altersgrenze erreicht war und er nicht wiedergewählt werden konnte.
Bei den Wahlen zum Aufsichtsrat schied Herr Martin Klein aus Feuerbach aufgrund Erreichens der Wahlaltersgrenze nach 30 Jahren ehrenamtlicher Tätigkeit aus dem Gremium aus. Die Herren Gerd Endres (Lindach) und Peter Fechner (Wiesentheid) wurden zur Wiederwahl vorgeschlagen und einstimmig in ihren Ämtern bestätigt und wiedergewählt. Den beiden ausscheidenden Herren dankte Vorstandsvorsitzender Roland Rößert mit einer kurzen Laudatio und verabschiedete die langjährig Verdienten mit einer Ehrenurkunde der Bank sowie einem Präsentkorb.

Im Rahmen des 150-jährigen Jubiläums der Bank waren zur Vertreterversammlung auch die langverdienten Mitglieder geladen. Für ihre Treue zur  Bank erhielten die Anwesenden eine Ehrenurkunde für 25-, 40-, 50- und 60-jährige Mitgliedschaft bei der Bank.

Den gebührenden Abschluss fand die Veranstaltung im interessanten Vortrag von Pater Dr. Anselm Grün zum Thema "Werte machen das Leben wertvoll", der alle Anwesenden begeistert in seinen Bann zog.